Nachhaltigkeit

Längst ist uns bekannt, dass wir, wenn man die begrenzten globalen Ressourcen betrachten, über unsere Verhältnisse leben. In Anbetracht der immer noch vorhandenen extremen Armut in der Welt, der Kriege und der Flüchtlingsbewegungen, erscheint diese Aussage zweifelhaft und doch ist sie wahr. Wir verbrauchen derzeit 1,6 Erden - aber wir haben nur diese eine.

In den letzten 30 Jahre ist es uns gelungen, den Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, von knapp zwei Milliarden auf 800 Millionen Menschen zu senken. Und bis zum Jahr 2030 haben sich die Vereinten Nationen vorgenommen, diesen Wert auf Null zu senken. Das klingt utopisch, aber in Anbetracht der Leistungen der letzten 30 Jahre können wir das schaffen.

Wir müssen aber mehr denn je lernen, den globalen Fortschritt, das globale Wachstum von den begrenzten Ressourcen zu entkoppeln. Der Rückgang der extremen Armut z.B. in China ging einher mit einer extremen Ressourcenausbeutung, Umweltverschmutzung und Fehlallokation. Die Auswirkungen unseres intensiven Wirtschaftens ist weltweit spürbar, nicht zuletzt durch die Klimaerwärmung. Und nicht umsonst wird das jetzige erdgeschichtliche Zeitalter als Anthropozän, das Menschen-Zeitalter, bezeichnet. 

Globale Dimensionen lassen sich auf unsere Region wunderbar herunterbrechen. Denn Karlsruhe-Land bietet hervorragende Bedingungen für eine nachhaltige Wirtschaft. Dies ist jedoch nur durch Änderungen, z.B. in den Bereichen Verkehr und Ernährung, möglich.

Viele von uns, die mit dem Auto unterwegs sind, können davon berichten, dass der Verkehr in den letzten Jahren zugenommen hat und keine ernsthaften Versuche von Seiten der Politik unternommen wurden, um hier nachhaltige Lösungskonzepte zu entwickeln. Hier stehen den Losungen, vermehrt auf Bus und Bahn zu setzen, steigende Preise und Verspätungen sowie Ausfälle entgegen. Ich will mich daher für eine stärkere Subventionierung, Ausweitung und Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs sowie verstärkten Investitionen in das autonome Fahren sowie in die Elektromobilität einsetzen.

Wenn wir von den Bedingungen an deutschen Schlachthöfen oder Mastbetrieben hören oder wieder ein Lebensmittelskandal aufgedeckt wird, dann sind wir zu Recht empört und fordern schnellstmögliche Aufklärung. Gleichzeitig erwarten aber viele Menschen in den Supermärkten günstige Butter, günstige Milch und vor allem täglich günstiges Fleisch. Neben einer nicht artgerechten Haltung nehmen wir dadurch aber auch die bisher unkontrollierte Verwendung von Antibiotika und damit einhergehende Resistenzen in Kauf. Unser Landkreis ist von der Landwirtschaft geprägt, dieses Potenzial für eine nachhaltige und gesunde Ernährung müssen wir ausschöpfen.

In Kürze:

  • konsequente Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (Agenda 2030)

  • Einführung eines nationalen Klimaschutzgesetzes

  • Gerechte Ressourcenverteilung

  • Ausbau und stärkere Subventionierung des ÖPNV

  • Investitionen in die Elektro-Mobilität

  • Stärkung der ökologischen Landwirtschaft

 

 

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Martin Schulz

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Leni Breymaier

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