Weingartener SPD mit dem Fahrrad am Lärmschutzwall und an der neuen Güterbahnstrecke

Veröffentlicht am 17.08.2016 in Kommunalpolitik

In der Ferienzeit nahm die Weingartener SPD wieder einmal die Gelegenheit wahr, Entwicklungen, die für Weingartens Zukunft wichtig sind, kritisch unter die Lupe zu nehmen. Ein solcher Schwerpunkt sind die Planungen zur Schaffung einer neuen Güterbahnstrecke, welche nördlich von Karlsruhe möglicherweise neben der Autobahn A5 entstehen soll - auch auf der Höhe von Weingarten. Diese Strecke soll möglicherweise dort gebaut werden, wo heute ein Lärmschutzwall an der Autobahn A5 in Weingarten entsteht.

Zweck der Begehung war es, sich vor Ort einen Eindruck von der aktuellen Situation und der Planung mit vier Fahrbahnen je Richtung, sowie einer zweigleisigen Zugstrecke und einer Lärmschutzvorrichtung zu verschaffen und zu schauen, was an Wald dort noch übrigbleibt. Leicht ist zu erkennen, dass es eine ganze Menge von Zwangspunkten gibt. Es zeigte sich, dass an manchen Stellen, z.B. an der Zufahrt zur Kirschbaumallee, die Landnahme fast bis zu den Tennisplätzen ginge. Auch die Umfahrung des Autobahnparkplatzes auf der Ortsseite der A5 verlangt einen größeren Raum und einen deutlichen Abstand der Bahntrasse von der A5. Auch für den Vogelpark in der Waldbrücke sieht es aus den genannten Gründen nicht gut aus. Ein kleiner Teil der Vogelparkfläche ist schon jetzt der 'Lärmschutzwall-Allee' zum Opfer gefallen. Dass die geplante Güterbahnstrecke einen Schlenker macht, um sowohl um den Autobahnparkplatz als auch um die Kläranlage herumzukommen, konnten sich die Begehungsteilnehmer eigentlich nicht vorstellen.

Wie die geschützten Eichenbestände, die Heldbock und Hirschkäfer beherbergen, zwischen Eisenbahn und Autobahn erhalten werden können, war völlig unklar. Die damals in der BNN abgebildete Streckenführung ging direkt über den Vogelpark, die Kläranlage und das Vereinsgelände des Fußballvereins.

Die Vorgeschichte ist folgende: Im neuen Bundesverkehrswegeplan ist enthalten, dass zwischen Philippsburg und Karlsruhe eine neue Güterverkehrsbahnstrecke gebaut werden wird. Mehrere Streckenführungen sind dazu angedacht worden. Eine denkbare Strecke, die längs der A5 auf ihrer Ostseite verläuft, war in der BNN abgebildet worden. Später wurde diese Streckenführung relativiert und geschrieben, der Abdruck der Strecke über Weingarten sei rein zufällig gewesen und alle anderen angedachten Varianten der Ausführung seien genauso denkbar.

Diese angebliche Ergebnisoffenheit der Trassenführung kommt uns wenig glaubhaft vor. Teilnehmer der Begehung berichteten, dass sich eine ähnliche Geschichte schon im Bauabschnitt zwischen Karlsruhe und Basel abgespielt hat. Es ging dort darum, ob die neue Güterbahnstrecke längs bestehender Bahnlinien oder längs bestehender Autobahnen gebaut werden sollte. Je nach Betroffenheit ihrer Gemeinde haben sich die Bürgermeister der Gemeinden zwischen Karlsruhe und Basel gegen die eine oder andere Lösungsvariante lautstark über alle Medien ausgesprochen. Ein wahrscheinliches Ergebnis dieser Auseinandersetzungen ist, dass die Güterzugstrecke zwischen Offenburg und Buggingen längs der Autobahn A5 verlaufen soll.

Die Meinungsäußerungen aus der Gemeinde Weingarten waren da eher leiserer Natur. Die Gegner von Stuttgart 21 würden Weingarten sicher andere Verhaltensweisen empfehlen, meinten die Teilnehmer der Befahrung. Auch im Landkreis Karlsruhe sollen Bürgermeister ihre guten Beziehungen zu Abgeordneten und Ministerien in Berlin und anderswo genutzt haben, um die neue Güterverkehrstrasse von ihrer Gemarkung fernzuhalten.

 
 

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Leni Breymaier

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